Valencia an der spanischen Costa Azahar hat einfach alles: Von beeindruckender Kultur, Geschichte, großartiger Architektur, über Street Art, Festivals, Events, jede Menge Bars und Clubs, ein tolles Nachtleben und einen breiten und langen Sandstrand direkt in der Stadt. Die Menschen wissen, wie man das Leben genießt – trotz Finanzkrise.

Valencia ist wie Barcelona vor zehn Jahren. In den vergangenen Jahren entdeckten immer mehr Touristen Barcelona für sich, die Stadt hat sich dadurch stark verändert. In Valencia hat man noch viel mehr das Gefühl, im „authentischen Spanien“ gelandet zu sein, nicht in einer Touristenhochburg.

Ich habe selbst einige Zeit in Valencia gewohnt, die Stadt ist einer meiner Lieblingsorte weltweit. Was also sollte man unbedingt machen, wenn man nach Valencia kommt? Fast hätte die Formel 1 einen Platz auf dieser Liste gefunden. Denn bis vor Kurzem hatte die Königsklasse einen Zwischenstop in der Stadt an der spanischen Mittelmeerküste. Von den umliegenden Häusern hatte man einen tollen Blick auf die Rennstrecke. Wir sind damals einfach auf ein Hausdach geklettert und hatten damit den besten Blick auf die Strecke – völlig gratis! Doch auch ohne Formel 1 gibt es in Valencia jede Menge zu sehen:
Diese zehn Dinge solltest du auf keinen Fall verpassen!

1 | Ciudad de las Artes y de las Ciencias

Die von Santiago Calatrava geschaffene „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ ist absolut beeindruckend. Die „Stadt der Künste und Wissenschaften“ beherbergt unter anderem ein naturwissenschaftliches Museum, die Oper Valencias sowie das Oceanografic, ein Ozeanum mitten in der Stadt. Auch wer sich nicht für Architektur oder Mussen interessiert, sollte hierhin einen Abstecher machen.

Die weißen Gebäude haben runde Formen und sind von türkisblauem Wasser eingefasst. Es wirkt, als habe man eine Zeitreise unternommen und sei im Jahr 2200 gelandet. Die „Ciudad“ selbst ist mitten im Park Turia gelegen. Der Park zieht sich durch das ausgetrocknete Flussbett des ehemaligen Flusses „Turia“ um die ganze Stadt.

La ciudad de las artes y las ciencias
Die Oper in „La ciudad de las artes y de las ciencias“
Die Flamingos im Oceanografic
Die Flamingos im „Oceanografic“

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2 | Feuer mitten in der Stadt: Las Fallas

Wenn ihr euren Urlaub relativ flexibel legen könnt, solltet ihr unbedingt während der sogenannten Fallas nach Valencia kommen. Las Fallas sind eine Art Frühlingsfest in Valencia, das jedes Jahr Mitte März stattfindet. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt.

Ein Jahr lang arbeiten zahlreiche Bewohner Valencias an den sogenannten „Fallas“, Figuren aus Pappmaché oder Kunststoff. Diese sind oft so hoch wie Häuser, bunt angemalt und haben in der Regel einen politischen oder sozialkritischen Hintergrund. Ereignisse der lokalen Politik oder auch der Weltpolitik finden oft Anklang in den Werken. Der Höhepunkt der Fallas ist das öffentliche Verbrennen dieser Pappfiguren. Dazu werden zahlreiche Straßen der Stadt gesperrt und es wird mitten auf Wegen und Plätzen gefeiert.

Gleichzeitig werden ohrenbetäubend laute Feuerwerke gezündet, irgendwie haben die Einwohner von Valencia einen heiden Spaß an den sogenannten „Mascletas“. Dabei gehts vor allem um die Lautstärke, die Optik der Feuerwerke scheint fast Nebensache zu sein. An solchen Abenden gibt es keine Fremden, nur Freunde und man feiert gemeinsam in der gesamten Stadt bis zum Morgengrauen.

Bevor die Figuren verbrannt werden, wählt die Bevölkerung Valencias übrigens noch ihre „Lieblings-Falla“, die dann ins Museum wandert und so den Flammen entgeht. Das ist natürlich eine große Ehre für die Erbauer, die oft ein ganzes Jahr an den Figuren gearbeitet haben.

3 | Eine Horchata trinken & Fartons essen

Die Horchata ist das klassische Getränk in Valencia, an vielen Ecken der Stadt findet man Stände, die die Erdmandelmilch verkaufen. Nicht jedem schmeckt diese bitter-süßliche Milch, aber probieren sollte sie jeder einmal. Am besten man holt sich ein Gläschen am Straßenstand in der Ciudad de las Artes y de las Ciencias und genießt die gekühlte Horchata am Rand des türkisblauen Wasserbeckens. Oder man setzt sich unter eine Palme im Parque Turia. Gut zur Horchata, die auf Valenciano übrigens auch Horxata geschrieben wird, passen die sogenannten Fartons. Wer ein bisschen Spanisch kann: Ja, ihr habt richtig gelesen! Fartons, also Fürze. Klingt eklig, ist aber wirklich lecker. Die Fürze sind eigentlich ein Hefe-Gebäck mit Zuckerguss und werden traditionellerweise zuammen mit der Horchata verzehrt.

4 | Sich in den kleinen Gässchen verlieren

Am besten du steigst einfach an einer zentralen Station aus, etwa dem Hauptbahnhof (Estacio del Nord, Haltestelle Xativa) und lässt dich durch die Gässchen treiben. So modern Valencia an vielen Orten auch ist, im Zentrum der Stadt lässt sich beeindruckende Architektur aus den vergangenen Jahrhunderten bewundern. Natürlich lohnen sich die klassischen Sightseeing-Punkte der Stadt, doch in den kleinen Straßen, die sich durch die Altstadt ziehen, gibt es so viel zu entdecken! Fans von Graffiti und Streetart kommen in Valencia ganz besonders auf ihre Kosten.

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Es lohnt sich, in Valencia durch die Straßen zu schlendern. Wer Graffiti und Streetart mag, kommt hier auf seine Kosten.
Plaza del Ayuntamiento in Valencia
Der Plaza del Ayuntamiento in Valencia

 5 | Das Café „La más bonita“ am Strand besuchen

Es gibt kaum eine bessere Art, eine Tasse Kaffe zu genießen. Das Café „La más bonita“ liegt direkt am Stadtstrand Valencias und wurde vermutlich aus einer Augenweide gezimmert. Es stimmt einfach alles: Der Service ist herzlich, das Essen ist lecker, die Aussicht auf den Strand ist spektakulär und das Design des Cafés ist einfach traumhaft schön.

Das Café La Más Bonita am Strand von Patacona
Das Café La Más Bonita am Strand von Patacona
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Aussicht vom Café auf den Strand. Zugegeben, das Wetter war an diesem Tag nicht unbedingt top, dafür gibts bei strümischem Wind Kitesurfer zu sehen.

6 | Den Kitesurfern und Surfern zusehen (oder selbst aufs Wasser!)

Zugegeben, dieser Tipp scheint nur etwas für Wasserratten oder Strandsüchtige zu sein. Doch das Zusehen hat auch für Landratten einen großen Unterhaltungswert. Je nach Windrichtung- und -stärke ist das Wasser beispielsweise am Kitespot Alboraya oft sehr wellig – spektakuläre Sprünge und Tricks kriegt man daher öfter zu sehen. Die Ortsansässigen sind die Bedingungen gewohnt und liefern daher oft eine gute Show. Viele Wassersportler wissen nicht, dass Valencia richtig gute Kitesurf- oder Surfspots bietet. Wenn ihr selbst Kitesurfer seid, könnt ihr euch im Artikel „Kitesurfen in Valencia“ über die Bedingungen vor Ort informieren.

7 | Die Aussicht von La Catedral de Valencia genießen

Die Kathedrale von Valencia ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt. Das ist natürlich ein guter Grund, sie einmal zu besuchen – aber noch lange nicht der einzige. Ihr solltet auf alle Fälle den etwa 50 Meter hohen Turm erklimmen und die Aussicht über die Stadt genießen. Man sieht bis zur Ciudad de las artes y las ciencias und zum Meer – ein traumhaft schöner Ausblick. Wieder unten angekommen, kann man sich dann mit einem Eis von der Eisdiele gleich um die Ecke belohnen.

8 | Das ehemalige Fischerviertel Cabanyal

Das Stadtviertel Cabanyal war früher ein kleines Fischerdörfchen und liegt direkt am Meer. Die Gebäude haben einen ganz besonderen Stil. Die Fischer versuchten, den Baustil der reicheren Stadtbewohner Valencias mit einfachen Mitteln nachzuahmen. Deshalb entdeckt man an vielen Ecken mit Mosaiken oder Stuck verzierte Dachsimse und Häuser.

So schön die kleinen Gässchen und Häuser in Cabanyal auch sind: Das ehemalige Fischerdörfchen blickt auf eine umkämpfte Geschichte zurück. Das spürt man auch heute noch. Valencia wurde immer größer und größer, mittlerweile gehört das ehemalige Fischerviertel Cabanyal zum Stadgebiet. Bereits 1998 wurde entschieden, dass die große Prachstraße Avenida Blasco Ibáñez bis zum Hafen ausgebaut werden soll, insgesamt waren rund 1.600 Häuser betroffen. Der Streit zwischen Politik und Bürgern zieht sich bis heute.

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„Cabanyal resiste“- Graffiti im Stadtviertel Valencia-Cabanyal

 9 | Valencia Skate Night

Wer einigermaßen fit auf Rollen jeder Art ist – egal ob Inline-Skates oder Longboard – für den ist die Skatenight die ideale Gelegenheit, um die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen und ganz nebenbei sogar noch nette Leute kennenzulernen. Treffpunkt ist immer der Palau de la Música am Paseo de la Alameda. Dann geht es auf verschiedenen Routen durch die ganze Stadt über Straßen und auf Fahradwegen, Kreuzungen werden von geübten Skatern kurz für Autos gesperrt, sodass alle anderen bequem passieren können.

Wer vor der nächsten Skatenight noch ein bisschen üben möchte: Im Park beim Palau de la Música ist der Untergrund bestens geeignet, um Tricks zu üben oder ein bisschen zu cruisen. Ein weiterer Treffpunkt der Skater ist der Plaza de la Reina im Stadtzentrum, abends übrigens auch ein beliebter Treffpunkt, bevor man ins Nachtleben startet.

10 | Nachtleben in Valencia

Der Klassiker im spanischen Nachtleben ist ein Botellón. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man trifft sich an öffentlichen Plätzen, um gemeinsam selbst mitgebrachten Alkohol zu trinken, den Alltag zu vergessen und zu feiern. Dieser Trend begann in Ende der 90er-Jahre in Spanien und hat sich bis heute gehalten und sogar noch verstärkt. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Finanzkrise haben bewirkt, dass das Geld nicht unbedingt locker sitzt – ein Botellón ist eine günstige Alternative. Ein beliebter Treffpunkt ist der Stadtstrand in Valencia.

Die Generation 30+ findet solche Veranstaltungen oft nur noch mäßig attraktiv. Eine schickere Alternative sind das L´Umbracle und das Mya. Das L´Umbracle ist tagsüber eine Terasse, die von zahlreichen weißen Bogen umrahmt wird. Palmen und andere, lokale Plfanzenarten spenden Schatten während der Paseo del Arte – eine kostenlose Kunstausstellung – den Geist anregt. Abends wandelt sich das Bild, denn dann wird L´Umbracle zur Bar. Unter freiem Himmel kann man Cocktails und andere Drinks genießen. Mya ist der direkt unter dem L´Umbracle gelegener Club, in den man dann zu späterer Stunde wechselt, um zu tanzen und bis früh morgens zu feiern. Und dann gibt es in Valencia noch Viertel, in denen quasi an jeder Ecke eine Bar ist. Das Barrio del Carmen ist so ein Viertel. Dort kann man einfach hinfahren und sich treiben lassen, die geeignete Location findet sich wie von alleine.

 

 

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