Sieben Dinge, die du in Rio de Janeiro nicht verpassen solltest

Sieben Dinge, die du in Rio de Janeiro nicht verpassen solltest

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Caipirinha trinken an der Copacabana oder lieber ein Bier am Ipanema-Strand? Corcovado oder Zuckerhut? Wer nur wenig Zeit in Rio hat, muss solche Entscheidungen treffen – echte „first world problems“ eben. Hier sind sieben Dinge, die du in Rio nicht verpassen solltest.

Könnte ich eine Stadt entwerfen, dann wäre es Rio. Zugegeben, die Betonbunker an der Copacbana hätte ich bei der Stadtplanung vielleicht weggelassen und durch kleine bunte Häuschen oder Bauten von Niemeyer ersetzt, ansonsten ist Rio aber einfach perfekt: Von malerischer Natur über jede Menge Kultur, kombiniert mit einem ganz besonderen Lebensgefühl bietet die Stadt einfach alles. In Ipanema kann man wellenreiten und etwas außerhalb in Barra da Tijuca gibt es sogar einen guten Kitesurfspot. Die Bewohner Rios, auch Cariocas genannt, sind wirklich so außergewöhnlich freundlich wie man immer hört. Man fühlt sich in der Stadt einfach gleich zuhause. Nicht zu vergessen natürlich die Tatsache, dass man überall leckere Caipirinhas schon ab fünf Reais (umgerechnet derzeit etwa 1,25 Euro) kaufen kann.
In Rio gibt es 1.000 Dinge zu sehen – doch was darf man sich wirklich nicht entgehen lassen?

1 | Den Sonnenuntergang auf dem Arpoador genießen

In Brasiarpoadorlien heißt es vielerorts: Im Dunkeln sollte man nicht auf die Straße gehen und den Strand nach Sonnenuntergang unbedingt meiden. Obwohl Rio de Janeiro in puncto Sicherheit einen zweifelhaften Ruf genießt, gilt diese Regel hier nicht. Zumindest nicht in den Stadtvierteln Ipanema und Copacabana, die als sehr sicher gelten. So sicher sogar, dass man selbst in der Dunkelheit noch am Strand sitzen kann. Von der Copacabana ist der Sonnenuntergang nicht zu sehen, der beste Beobachtungspunkt ist der Arpoador, ein großer Felsen am Strand von Ipanema. Auch die Einheimischen kommen gerne hierher. Getränke bringt man selbst mit oder kann sie vor Ort von einem der Strandverkäufer kaufen, die sogar mit einer Geld-zurück-Garantie werben: „Wenn der Drink nicht gut ist, zahlst du nichts.“ Gegen Abend gehen dann die Lichter der vielen Häuser am Strand von Ipanema und in der angrenzenden Favela an, die aussehen wie ein Sternenhimmel.

2 | Açaí in einer der vielen Lanchonetes trinken

lonchoneta rio de janeiroAçaí muss man einfach probieren, wenn man in Rio ist. Die Cariocas frühstücken gerne in den Lanchonetes, essen ein Salgado (ein salziger Snack wie etwa ein Croissant mit Käse und Schinken) und trinken Açaí. Dieser Shake wird aus den Beeren der Kohlpalme hergestellt und meist mit Guaraná gesüßt. Es gibt ihn in verschiedenen Mischungen, zum Beispiel mit Erdbeere und Banane oder angereichert mit Proteinen. Das Ganze wird mit Crushed Eis gemischt und ergibt dann einen relativ feste Konsistenz, weshalb man den Shake auch gerne löffelt. Açaí ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund und wird in Europa und den USA schon als das neue Elixier für Schönheit und Gesundheit gehandelt. Wem der sehr besondere Geschmack dieser Beere nicht zusagt kann in den Lanchonetes aber auch einfach auf einen frischgepressten Saft zurückgreifen oder einen Kaffee trinken.

3 | Auf der Escadaria Selarón laufen

Wem der Name „Escadaria Selarón“ auf den ersten Blick nichts sagt, hat diese bunte Treppe dennoch ganz sicher schon einmal gesehen. Zum Beispiel im Video von Snoop Dog und Pharell Williams zum Lied „Beautiful“. Der chilenische Künstler Selarón zog vor einigen Jahrzehnten nach Rio und verliebte sich in die Stadt. Er wohnte gleich um die Ecke der Treppe und gestaltete diese mit vielen verschiedenen Fließen. Er hörte nie auf daran zu arbeiten und tauschte immer wieder ältere Fließen mit anderen, noch schöneren aus. Über die Jahre wurde seine Treppe immer berühmter und Menschen aus der ganzen Welt begannen damit, ihm Fließen zu schicken. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und auf die Details achtet, findet in dieser Treppe eine Million Geschichten versteckt – jede Fließe erzählt ihre eigene. Der Künstler ist mittlerweile verstorben, sein Werk aber besteht weiter. Für mich ist diese farbenfrohe Treppe ein Sinnbild des Lebensgefühls in Brasilien. Selarón selbst widmete das Kunstwerk dem brasilianischen Volk. Nicht nur sein künstlerisches Leben drehte sich um die Treppe, auch seinen Tod fand der Künstler auf der Treppe – unter mysteriösen Umständen.

escadaria selaron
Das Stadtviertel Lapa, in dem sich die Escadaria befindet ist auch für seine guten Bars und das florierende Nachtleben bekannt.

4 | Lokale Köstlichkeiten probieren

Nicht nur kulturell gibt es in Rio viel zu sehen, auch kulinarisch gibt es jede Menge zu entdecken. Am Strand werden oft die sogenannten Brigadeiros engeboten, kleine Schokopralinen für nur einen Reais. Sie sind so etwas wie die „Nationalsüßigkeit“ Brasiliens – unbedingt zugreifen, wenn ihr einen Strandverkäufer entdeckt.

Außerdem wird an jeder Ecke Agua de Coco verkauft, oft in einer echten Kokosnuss. Das sieht nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch lecker. Ist die Kokosnuss leer, kann man sie mit viel Kraft aufbrechen und das Fruchtfleisch essen. Ein weiteres typisch brasilianisches Getränk ist die Guaraná-Limonade.

Ein Klassiker in Brasilien ist auch das Rodizio. Für einen Fixpreis kann man hier so viel essen wie man möchte, am Buffet gibt es Salate, Beilagen, Sushi und vieles mehr. Das Highlight – zumindest für Fleischliebhaber – ist aber ein anderes: Ständig gehen Kellner – in diesem Fall Cortador genannt – mit verschiedenen Fleischspießen herum und schneiden die saftigen Stücke Fleisch direkt vom Spieß auf den Teller des Gastes. Man bekommt so lange Fleisch auf den Teller geladen, bis man „Stop“ schreit. In manchen Restaurants kann man auch mit einer kleinen Fahne signalisieren, ob man mehr möchte oder nicht.

5 | Eine Fähre zur Ilha de Paqueta oder nach Niterói nehmen

Warum sollte man aus der Stadt heraus fahren, wenn es dort so viel zu sehen gibt? Ganz einfach: Von der Fähre aus lernt ihr Rio aus einem ganz eigenen Blickwinkel kennen. Die Tour zur Ilha de Paqueta beispielsweise kommt an vielen der Sehenswürdigkeiten vorbei, vom Schiff aus wirken sie jedoch ganz anders. Dafür muss man nicht tief in die Tasche greifen, denn anders als viele für Touristen organisierten Touren gehört diese Fähre zum normalen öffentlichen Verkehr der Stadt und kostet etwa 6 Reais – umgerechnet rund 1,50 Euro.

Niemeyer Niteroi
Das Museu de Arte Contemporânea de Niterói

Wer nach ein paar Tagen Rio ein wenig Ruhe sucht, ist auf der Ilha de Paqueta gut aufgehoben. Hier gibt es keine Autos und die Zeit scheint stillzustehen. Auf der Ilha könnt ihr entspannen, euch am Strand sonnen und die Ruhe und Gelassenheit dieser kleinen Insel genießen.
Architekturfans sollten hingegen die Fähre nach Niterói wählen: Diese direkt an Rio angrenzende Stadt vereint so viele Werke des berühmten Architekten Oscar Niemeyer wie kaum ein anderer Ort auf der Welt. Nur die Hauptstadt Brasiliens – Brasilia – bietet noch mehr Architektur von Niemeyer. Das ist allerdings kein Wunder, denn diese Planstadt wurde auch von dem Architekten entworfen und aus dem Nichts geschaffen. In Niterói gibt es den Caminho Niemeyer, den ihr nicht verpassen solltet. Am beeindruckendsten ist das Museu de Arte Contemporânea de Niterói, an einer Steilküste gebaut, im Hintergrund der Zuckerhut.

Shoppingverrückte kommen in Niterói auch auf ihre Kosten: Direkt am Fährhafen befindet sich eines der größten Einkaufszentren der Gegend.

6 | Pão de Açúcar oder Corcovado? Auf jeden Fall der Zuckerhut!

Wer an Rio denkt, denkt automatisch auch an die beiden Wahrzeichen der Stadt. Es lohnt sich in jedem Fall beide anzusehen, doch wenn ihr euch entscheiden müsst, dann wählt den Zuckerhut! Denn der Pão de Açúcar hat so viel mehr zu bieten als nur die Aussicht. Aber der Reihe nach.
Zum Zuckerhut kommt ihr ganz einfach mit einem der vielen Stadtbusse. Welchen ihr genau nehmen müsst, findet ihr zum Beispiel über Google Maps heraus. Die Bushaltestelle ist nur zwei Gehminuten von der Bahn entfernt, die euch auf den Gipfel des Zuckerhutes bringt. Das Ticket ist nicht ganz günstig, aber die Fahrt lohnt sich auf alle Fälle. Die Aussicht ist traumhaft und hat mir tatsächlich noch besser gefallen, als der Blick vom Corcovado.
Wieder unten angekommen dürft ihr euch auf keinen Fall den Praia Vermelha entgehen lassen, der nur zwei Gehminuten vom Pão de Açúcar entfernt liegt. Baden direkt neben dem Zuckerhut – schöner geht es kaum. Am „roten Strand“ kann man sich auch Stand Up Paddle Boards ausleihen, die Wellen sind hier meist sanfter als an der Copacabana und in Ipanema.
Der Pão de Açúcar ist im Stadtviertel Urca gelegen, das einen ganz besonderen Charme hat. Statt direkt den Heimweg anzutreten, lauft doch ein bisschen durch die kleinen Gässchen und genießt die Atmosphäre in diesem Viertel. Die Häuser hier haben meist kleine Gärten und sind reich verziert und bunt angemalt. Geht man zum Beispiel die Straße „R. Osório Almeida“ bis zum Ende gelangt man an eine Art Lagune. Dort schunkeln viele kleine Boote auf dem Wasser und im Hintergrund sieht man die Jesus-Statue auf dem Corcovado thronen. Am Fuße des Zuckerhuts kann man übrigens auch durch den kleinen Regenwald laufen und sieht nicht selten kleine Äffchen.

Blick vom Zuckerhut

7 | Sambatraining ansehen

Rio und Karneval gehören zusammen. Doch wer nicht im Februar hierherkommt, hat schon alles verpasst! Oder? Stimmt nicht ganz, denn einen Hauch von Samba kann man auch in der Nebensaison erhaschen. Es gibt zahlreiche Sambaschulen in der Stadt, die meist donnerstags oder samstags ein öffentliches Training absolvieren. Mehr Infos gibt es auf den Internetseiten der einzelnen Sambaschulen. Eine Übersicht findet ihr hier: Rio-Carneval

Es gibt natürlich noch so viel mehr in Rio zu sehen, doch diese sieben Punkte waren meine Highlights der Stadt. Wart ihr auch schon in Rio? Was hat euch am besten gefallen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

2 KOMMENTARE

  1. Ein toller Artikel, der mich nahe dazu reizt, im Internet nach einem billigen Flug nach Rio zu suchen, wenn nicht der bequeme Hintern wäre. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich fast glauben, dass es sich um Werbung des örtlichen Fremedenverkehrsbüros handelt.
    Im Übrigen eine vorbildliche Internetseite, fantastische Bilder, flüssig geschriebene interessante Artikel und viele wertvolle Informationen (z.B. Artikel über Wohnmobilstellplätzeplätze und Kite-Spots in Europa und Maroko).
    Ich warte schon voller Spannung auf den nächsten Bericht.

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