Bacalhau statt Wind: Unsere Reise durch Portugal

Bacalhau statt Wind: Unsere Reise durch Portugal

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Wer sich gefragt hat, wo die Kids in Porto schwimmen, hat hier die Antwort: Im Fluss Douro, mitten in der Stadt.

Von Galicien ging die Reise weiter entlang der Küste bis in die Algarve, die südlichste Region Portugals. Die Suche nach Wind entpuppte sich dabei schwerer als gedacht, dafür fanden wir etwas anderes in rauen Mengen: Bacalhau.

Viana do Castelo

Viana do Castelo ist vor allem wegen seiner Windsicherheit als richtig guter Kitespot bekannt. Direkt am Strand gibt es einen Campingplatz, den wir für drei Tage unser Zuhause nannten. Klingt gut oder? Was will man mehr? Schönes Wetter zum Beispiel. Das Bild fasst unseren Aufenthalt dort ziemlich gut zusammen:

So sieht eine verregnete Kittsession in Viana do Castelo aus
So sieht eine verregnete Kitesession in Viana do Castelo aus

Mit dem Wetter haben wir irgendwie kein Glück auf unserer Europatour. Macht aber nichts, denn so hatten wir Zeit, uns das Städtchen Viana do Castelo genauer anzusehen. Vom Campingplatz aus fährt weder Taxi noch Bus, man schunkelt mit einer kleinen Fähre hinüber in die Stadt.

Ein kleines Rätsel zwischendurch: Was zahlt man wohl für einen Hamburger mit Pommes, einen Bacalhau (portugiesische Fischspezialität) mit Pommes und Reis, einen frischgepressten Orangensaft und eine Cola?

9,20 Euro. Neuneurozwanzig! Was? Die Rechnung haben wir uns aufgehoben. In Viana do Castelo hatten wir also auch die erste Begegnung mit der portugiesischen Fischspezialität Bacalhau, die uns auf unserer Reise verfolgen sollte.

Porto

Porto ist bekannt für seine Weinkeller – so schlecht kann es dort also nicht sein, dachten wir uns. Wir kamen, sahen und waren begeistert. Porto ist die bislang schönste Stadt auf unserer Reise, schöner als Santander, schöner als Bilbao und schöner als Lissabon. Manche Dinge kann man nicht in Worte fassen, deshalb gibt es zum Glück Fotos.

Besonders beeindruckt waren wir von den Brückenspringern. Bei unserem Stadtbummel fielen uns pitschnasse Kinder und Jugendliche auf, die geschäftig in eine bestimmte Richtung liefen. Wir folgten ihnen und sahen einen nach dem anderen in einem Café am Fluss verschwinden. Ihr Ziel: Die Terrasse, von der man wunderbar in den Fluss springen kann, zumindest wenn man genug Mut hat. Die älteren Jugendlichen sprangen hingegen direkt von der Brücke Ponto Dom Luis I – aus ca. 15 Metern Höhe – in den Fluss und machten hieraus eine riesige Show. Am Ende gingen sie mit dem Hut durch die Touristenmassen – eigentlich ein ganz cooler Nebenjob, wie wir finden.

Zum Ausklang des Tages waren wir im Weinviertel Portos essen und bekamen – wie sollte es anders sein Bacalhau serviert.

Nazaré

Nazaré ist bekannt für seine Wellen, die zu den größten der Welt zählen. Das Spektakel beginnt allerdings im November, im August sind die Wellen dort wenig spektakulär. Wir wollten den Schauplatz, an dem sich Garrett McNamara im Jahr 2011 ins Guiness-Buch der Rekorde surfte, dennoch mit eigenen Augen sehen und machten einen Stopp am berühmten Leuchtturm (Farol da Nazaré). Die Wellen entstehen übrigens unter anderem aufgrund der besonderen Struktur des Meeresbodens vor Nazaré, der eine Art Schlucht oder Canyon bildet.

Dieses Modell zeigt die Schlucht im Meeresboden vor Nazaré
Dieses Modell zeigt die Schlucht im Meeresboden vor Nazaré

Peniche

Peniche ist bekannt für seine guten Wellen und Tubes, nicht umsonst heißt der beliebteste Strand dort „Praia de Supertubos“. Dort macht auch die World Surf League im Oktober halt. Unser Abstecher dort war relativ kurz, auch hier wurde das Wetter wieder schlechter und vertrieb uns irgendwann, weiter Richtung Süden.
Der Einkauf im Supermarkt bescherte uns ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Aufgetürmt in riesigen Massen fanden wir unseren Freund Bacalhau auch hier wieder, in einer getrockneten Version – nur schnell raus hier.

Lissabon

Lissabon ist eine Stadt voller Geschichte. Der Stadtteil Alfama ist aus unserer Sicht der schönste. Man hat den Blick auf das Schloss  Castelo de São Jorge und gleichzeitig auf den Fluss Tejo, denn Alfama ist auf einem der vielen Hügel Lissabons gelegen. Es gibt zahlreiche tolle Aussichtspunkte. Im Jahr 1755 gab es übrigens ein großes Erdbeben in Lissabon, das Viertel Alfama war davon kaum betroffen und ist daher noch in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Gleich das erste, was wir in Lissabon sahen war das Restaurant „A Casa do Bacalhau“. Hätten wir so oft Wind gehabt, wie wir auf „Bacalhau“ getroffen sind, wäre diese Geschichte sicher deutlich spannender geworden 🙂

Alvor

Alvor hat eine der schönsten Kitelagunen, die wir bislang gesehen haben. Die Kulisse ist traumhaft, das Wasser spiegelglatt, der Wind war während unseres Aufenthaltes allerdings sehr böig. So böig sogar, dass selbst geübte Binnenseekiter das Fluchen begannen. Auch wenn es auf den Bildern nicht so ausieht: Es war außerdem bitterkalt.


Matze in Alvor

Faro

Faro ist eine kleine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern. Trotzdem gibt es dort zwei Universitäten und einen internationalen Flughafen. Gefühlt alle zehn Minuten landet hier ein Flugzeug unweit des Stadtzentrums. Uns gefielen die kleinen Gässchen, die mit Sonnendächern dekoriert waren und die gesamte Atmosphäre in Faro. Es fand gerade das Festival Marisco Rita Formosa statt, die Stimmung war gut, es gab kleine Stände, eine Bühne und – wie man auf den Fotos unten sieht – ein Partyboot.

 

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