Kitesurfen in Talamone

Kitesurfen in Talamone

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Talamone in der Toskana ist als Kitespot in Italien sehr bekannt, ab der Landesgrenze aber noch eher ein Geheimtipp. So kommt es, dass man selten eine andere Sprache als Italienisch hört und sich im authentischen Italien wiederfindet. Neben einer gut funktionierenden Thermik bietet der Homespot von RRD-Chef Roberto Ricci auch karibisches Flair.

Die Stadt Talamone ist auf einer Anhöhe gelegen und sehr idyllisch. Genau deshalb darf ein Besuch in der Bar Centrale nicht fehlen. Von hier aus hat man einen perfekten Blick über den Hafen bis hin zum Kitestrand. Wer morgens zum Frühstücken herkommt, bekommt guten Kaffee und leckere Vanillecroissants. Auch abends lohnt es sich, ein kühles Bier mit Blick über das Meer zu trinken.

Mit Wind ist in diesem kleinen toskanischen Örtchen übrigens erst gegen 13 Uhr zu rechnen. Den  Vormittag kann man deshalb mit der Erkundung der Umgebung verbringen. Es gibt viele nette Orte, die einen Besuch wert sind, dazu gehören etwa Grosseto, Montiano, Orbetello und Bolsena. Talamone ist als Urlaubsziel also auch für Leute zu empfehlen, die mit Kitesurfen nichts anfangen können. Denn am Strand herrscht fast karibisches Flair, in der Stadt der typische italienische Charme. Man hat den Eindruck, im authentischen Italien unterwegs zu sein.

Alles, was du über die Unterkunft und den Kitestrand wissen musst

Wenn man in Talamone direkt am Strand wohnen möchte und etwas mehr Geld ausgeben kann, ist die „Residence Talamone Il Poderino“ genau das Richtige. Auch für den kleinen Geldbeutel wirklich zu empfehlen ist Talamone Camping Villagio, ein Campingplatz nur etwa 400 Meter vom Meer entfernt. Die Anlage ist sehr idyllisch in den Berg hinein gebaut, es gibt einen Tennisplatz und einen Swimmingpool (allerdings nur mit Bademützen zu benützen, was ziemlich doof aussieht) sowie Spielplatz, Supermarkt, Restaurant und Bar direkt am Campingplatz. Die Waschanlagen sind sauber und das Personal ist nett. Die Preise sind für die Lage und Ausstattung wirklich in Ordnung. Wer mehr Luxus will: Man kann dort auch einen Bungalow zu mieten, mehr Infos hier.

Vom Campingplatz aus sind es etwa 1,5 Kilometer ins Stadtzentrum von Talamone. Es gibt keinen Gehsteig, zu Fuss muss man also an der sehr kurvenreichen und uneinsichtigen Fahrbahn entlang gehen. Mit dem Auto erweist sich die Parkplatzsuche in Talamone als schwierig.

Parken am Kitestrand

Es gibt drei Möglichkeiten zum Strand zu kommen: Wer am Campingplatz Talamone seine Unterkunft hat, kann die 400 Meter bis zum Strand zu Fuss gehen. Wem das mit dem ganzen Kiteequipment zu weit ist, kann den Parkplatz am Strand kostenlos nutzen, der zum Campingplatz „Talamone Camping Village“ gehört. Man erhält an der Rezeption des Campinplatzes einen Chip mit dem man dort gratis parken kann. Nachteil dieses Parkplatzes: Der Einstieg und Aufbau des Kites ist an dieser Stelle möglich, aber nicht perfekt. Bequemer ist es, den Parkplatz für Wassersportler, Talamone Wind Beach Parking genannt, zu nutzen. Pro Tag zahlt man dafür allerdings 3,50 Euro.

Der Strand

Der Strand an sich ist sehr breit und ist an fast allen Stellen als reiner Wassersportstrand ausgewiesen. Badegäste gibt es also kaum und wenn, wagen sich die wenigsten von ihnen zwischen den Wassersportlern ins Wasser. Badende Touristen sieht man im Wasser eigentlich nur, wenn nur noch eine 21er Matte draußen ist und ein paar Windsurfer, die auf der Stelle vor sich hindümpeln. Der Strand ist sehr breit und es gibt viel Platz den Kite aufzubauen. Der Untergrund ist allerdings nicht wirklich geeignet, man sollte also möglichst alle Stöcke, Steine und was dort sonst noch herumliegt entfernen, um das Material nicht kaputtzumachen. Vor der Kiteschule Kitesurf University gibt es eine Plane, die man – wenn wenig los ist – nutzen kann, um den Kite hier aufzubauen. Dort kann man auch die Kompressoren verwenden, um den Kite aufzupumpen.

Der Wind in Talamone

August 2011

Der Wind in Talamone ist ein Thermikwind, er scheint also nicht in Vorhersagetools wie Windfinder auf. Das Windsystem ist relativ einfach zu erklären: Bei gutem Wetter baut sich gegen 13 Uhr eine Thermik aus Nordwesten (sideshore) auf, die bis 17 Uhr oder sogar 18 Uhr anhält.Wer möglichst oft aufs Wasser möchte, sollte sein Leichtwindbrett und den größten Kite einpacken, denn Leichtwindtage sind hier keine Seltenheit.

Nach Möglichkeit sollte man den Schirm immer in Bewegung halten, sei es beim Starten oder beim Tragen. Anfangs sah es etwas befremdlich aus, wie die Einheimischen mit ihren Kites umgingen, doch wenn der Schirm einem beim nächsten Windloch ins Wasser fällt, weiß man warum.

UPDATE

August 2012

Anfang August 2012 waren die Windbedingungen anders als noch ein Jahr zuvor. Nach zwei Tagen mit böigem Wind aus Westen, der wie in der Beschreibung aus 2011 über die Berge hereinkam, änderte sich die Windrichtung: Der Sirocco kommt aus dem Süden über das offene Meer und ist daher sehr gleichmäßig. Allerdings macht er die Thermik kaputt. An Tag drei und vier war der Wind dann sehr gleichmäßig aber etwas schwach. Das Fahren war nur mit einem 17er Schirm und Door möglich. Die restlichen Tage wurde der Sirocco dann stärker, blieb gleichmäßig und es herrschten perfekte Kitebedingungen.

Das Wasser

Die Einheimischen sind größtenteils mit Waveboards unterwegs, vor allem bei stärkerem Wind ist das Wasser sehr kabbelig. Das Wasser ist bis ca. 300m stehtief, dann wird es sehr schnell tiefer. Vor allem die ersten 100 Meter in Strandnähe sind extrem flach (ca. bis zu den Knien) was für Kiter, die Sprünge üben, gefährlich werden kann. Trotzdem sieht man Einheimische, die ohne Helm drei Meter vom Ufer entfernt wilde Tricks machen. Empfehlen kann man das nicht unbedingt. Vom Strand aus gesehen linker Hand gibt es in Randnähe einige Steine/Felsen, die sich unter der Wasseroberfläche befinden. Wer sich freut, dass da richtig schön viel Platz ist, weiß jetzt warum. Das kann gefährlich werden, also lieber weiter wegbleiben.

Wie viel ist los?

Für Könner ist dieses Revier perfekt. Sobald man ein wenig weiter aufs Meer hinaus fährt und sich von der allgemeinen Spurrinne entfernt, hat man Platz ohne Ende und tiefes Wasser, um Sprünge zu üben. Für Anfänger hingegen wird es in Talamone schnell zu voll. Die Kiteschule bietet zwar einen Upwind-Service für ihre Schüler an, schult aber sehr viele auch direkt vor Ort. Die meisten Locals fahren auch relativ weit am Rand und üben hier Sprünge, was Anfänger leicht aus dem Konzept bringen kann. Kombiniert mit dem böigen Wind ist dieses Revier für Anfänger absolut nicht perfekt, aber machbar.

In der Ausgabe 6/2013 des KITE Magazins habe ich auch über Talamone berichtet.
kitemagazin 6 2013Talamone2

 

Talamone

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