Roadtrip durch Brasilien: Spotcheck Taiba

Roadtrip durch Brasilien: Spotcheck Taiba

0
Der Swimmingpool der Pousada Blauset ist toll, die Sauberkeit hingegen nicht so.

Unser Roadtrip durch Brasilien führte uns von Cumbuco über Taiba, nach Ilha do Guajirú und Jericoacoara. Was die Lagune von Taiba zu bieten hat, erfährst du hier.

Die Kitebedingungen in Taiba

Nach einer irren Fahrt über eine Buckelpiste, die irgendwie nicht nach Straße aussah, kamen wir in unserer Unterkunft in Taiba an. Dort stellten wir begeistert fest, dass wir in nur zehn Minuten zu Fuß zur Lagune laufen konnten – aus dem Fenster sahen wir schon die Kites. Jipppie! Also nichts wie los. Unser erster Eindruck: So richtig groß ist die Lagune in Taiba irgendwie auch nicht. Mist. Ein Teil der Lagune in Taiba ist so flach, dass man selbst bei Flut nur rund 20 Zentimeter Wasser oder weniger unter dem Brett hat. Gut sieht man diesen Teil übrigens auf Google Maps.

Unser zweiter Eindruck nach ein paar Tagen: In Taiba ist es trotzdem besser als das Gedrängel in den Lagunen von Cauipe und Tabuba. Wir hatten eine Taktik entwickelt, die tatsächlich von Erfolg gekrönt war. Direkt nach dem Frühstück machten wir uns täglich auf den Weg und waren dann oft die Ersten auf dem Wasser. Bis sich die meisten aus dem Bett schälten hatten wir zumindest ein oder zwei Stunden mit nur wenigen anderen Kitern oder sogar ganz alleine in der Lagune.

Die Kitebedinungen sind natürlich unglaublich gut. Das Wasser ist flach und der Wind weht jeden Tag. Wir hatten in unseren zwei Monaten in Brasilien nur die Größen 7 und 10 dabei und kamen damit bis auf einen Tag immer aufs Wasser. Wakestyler sind in Taiba meist im Bereich des Sliders unterwegs, Anfänger werden hauptsächlich im südlichsten Teil der Lagune geschult, im Bereich dazwischen tummelt sich der ganze Rest.

Die Lagune von Taiba
Die Lagune von Taiba an einem guten Tag: Es ist wenig los auf dem Wasser.

Der Fluss Rio Anil mündet in die Lagune und speist diese mit Wasser. Hin und wieder sieht man auch Kiter in der Flußmündung des Anil. Wir haben für euch getestet, ob das Kiten dort Nachteile hat und unser Fazit ist: Es geht, allerdings erschien uns der Wind in diesem Bereich etwas böiger als im Rest der Lagune, außerdem gibt es dort an manchen Stellen Steine unter der Wasseroberfläche.

So richtig voll wird es in Taiba oft nur phasenweise. Wenn der Ansturm zu groß wird, macht man einfach in der kleinen Bar (Baracca) am Ufer eine Pause, trinkt dort gemütlich ein Agua de Coco oder isst einen Acai und startet, wenn die anderen Mittagspause machen. Gar nicht so schlecht eigentlich! Es lässt sich auf jeden Fall aushalten.

Das Meer in Taiba
Das Meer in Taiba. Die Wellen kommen meist ungeordnet rein. Etwas weiter Downwind soll es am sogenannten „secret spot“ aber richtig gute Wellen geben.

La cucaracha, la cucaracha oder: Welche Unterkunft man besser nicht wählt

Nach einem langen Kitetag gemütlich im Bett liegen und entspannen. Ach wie schön, Moment, was ist das? Irgendetwas krabbelt da. KAKERLAAAAAKE! PANIK! Toll zu beobachten, wie man sich innerhalb von einer Sekunde von einem zivilisierten Mitbürger in einen panischen Urmenschen verwandeln kann. Was ist an Kakerlaken rational betrachtet eigentlich so schlimm? Keine Ahnung, aber diese war sechs Zentimeter lang und hatte Flügel! Warum zur Hölle hat die Evolution dieser Kakerlake Flügel geschenkt? Fest stand jedenfalls: Dieses Viech musst vernichtet werden. Nur wie? Bewaffnet mit einem Anti-Insektenspray, das die Pousada in weiser Voraussicht zur Verfügung gestellt hatte, näherte ich mich dem Tier und sprühte es an. Geschickt machte es ein paar Tippelschrittchen und war aus meinem Sichtfeld verschwunden. Matze hatte sich in der Zwischenzeit bereits mit einer Plastiktüte bewaffnet. Doch der Feind war nicht mehr zu sehen. Wir durchsuchten das Zimmer und fanden ein potentielles Kakerlaken-Versteck. Direkt am Kopfende des Bettes waren Ummantelungen aus Holz für verschiedene Kabel gelegt – mit genügend Platz für dicke Insekten mit Flügeln.

Ich sprühte mit dem Giftspray hinein und siehe da, im Inneren war Fußgetrappel zu hören und plötzlich schoss die Kakerlake aus ihrem Versteck. Und hinterher gleich noch ihr Freund, der deutlich benommener und dadurch auch langsamer war. Kurz gesagt: Die Kakerlaken waren furchteinflößend, wir konnten sie dennoch erfolgreich aus dem Zimmer entfernen (übrigens ohne sie umzubringen, für alle Tierfreunde). Doch so richtig gemütlich wurde es in der Pousada Blauset nicht mehr für uns. Nicht nur die Kakerlaken sprechen gegen diese Unterkunft, auch wegen der mangelnden Sauberkeit würden wir nicht zur Pousada Blauset raten. Daher stellt sich die Frage:

Welche Unterkunft ist die beste in Taiba?

Fischer in Taiba
Ein Fischer in der Lagune von Taiba

Die erste entscheidende Frage, die sich hierbei stellt ist: Möchtet ihr in der Nähe des Kitespots oder in der Stadt wohnen? Beides hat seine Vorteile. In der Stadt gibt es jede Menge Restaurants, einen netten Stadtstrand, an dem man den ein oder anderen Cocktail trinken kann, einen Geldautomaten und Supermärkte, um sich selbst zu verpflegen. Die Unterkünfte sind hier deutlich günstiger als in der Nähe des Kitespots. Mit dem richtigen Händchen findet man sogar ein echtes Schnäppchen, zum Beispiel über Airbnb. Der Nachteil: Man muss jeden Tag die rund sechs Kilometer bis zur Lagune über teilweise abenteuerliche Straßen zuckeln und Mietwagen sind oft teuer. Wer jedoch ohnehin einen Mietwagen hat, hat zumindest keine Zusatzkosten, denn die Preise für Benzin sind nicht der Rede wert.

Entscheidet ihr euch für eine Pousada in der Nähe der Lagune, ist unsere Empfehlung das Casa Amarela. Dieses ist in einer Top-Lage, das Essen ist gut, die Pousada nett angelegt und die Inhaber hilfsbereit. Wir selbst waren ja in der Pousada Blauset untergebracht. Diese war deutlich günstiger als das Casa Amarela, aber in der gleichen guten Lage. Wir sind nicht besonders anspruchsvoll. Es muss nicht blitzen und blinken, aber die Sauberkeit in dieser Pousada lies doch zu wünschen übrig. Die Bettlaken und Handtücher hatten eigenartige Flecken und geputzt wurde nie. Die Gastgeberin war zudem wenig zuvorkommend. Sie schickte uns zum Abendessen ins Casa Amarela, um nicht selbst kochen zu müssen, wodurch wir diese schöne Pousada kennenlernten. In der gleichen Lage gibt es auch noch die Pousada Dunas do Mar, über die wir leider nichts berichten können. Gut zu wissen ist vielleicht, dass es in der näheren Umgebung dieser Pousadas wirklich nichts gibt. Keinen Supermarkt und keine Restaurants. Man isst also entweder jeden Abend in der Unterkunft oder fährt in die Stadt. Wer keinen Mietwagen hat, kann sich auch für insgesamt 20 Reais (ca. 5 Euro) von einem Taxi zum nächstgelegenen Supermarkt fahren lassen. Der Fahrer wartet auf euch und fährt euch dann wieder zurück.

Übrigens: Wenn ihr ein Taxi über eine Unterkunft bucht, werden in der Regel rund 20 Prozent auf euren Fahrtpreis aufgeschlagen, ohne dass euch das gesagt wird. Am besten ihr lasst euch die Nummer eines vertrauenswürdigen Taxifahrers geben und schreibt ihm direkt über Whatsapp.

Unsere Empfehlung für Cumbuco ist Nonato Junior von „Taxi Cumbuco“, erreichbar unter +55 85 81 39 7202. Er ist über Whatsapp erreichbar (auch auf Englisch) und holt euch beispielsweise auch gerne vom Flughafen in Fortaleza ab. Vielen Dank an Basti von Beachlifestyle.de für diesen Tipp!

In Itarema/Ilha do Guajirú können wir euch César empfehlen, der per Whatsapp unter +55 88 99 41 71 728 erreichbar ist.

Noch Fragen? Schreibt uns gerne eine Mail oder einen Kommentar unter diesen Beitrag.

In diesem Video nehmen wir euch mit zu den besten Kitespots Brasiliens:

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT