Kitesurfen in Südafrika: Tipps fürs Kite-Mekka Kapstadt

Kitesurfen in Südafrika: Tipps fürs Kite-Mekka Kapstadt

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Südafrika ist ein Kite-Mekka: Eine Reise in die “Regenbogennation” ist für Kiter ein absolutes Muss – denn hier warten perfekte Kitebedingungen vor der beeindruckenden Kulisse des Tafelsbergs.

Die beste Zeit, um zum Kitesurfen nach Kapstadt zu fahren, sind die Monate Dezember bis Februar: Die Wahrscheinlichkeit, Wind über 14 Knoten beziehungsweise vier Beaufort zu haben, liegt dann bei etwa 80 Prozent. Abgesehen von der hohen Windwahrscheinlichkeit gibt es noch einen weiteren Grund dafür, genau in diesen Monaten die Reise nach Südafrika anzutreten: Von Dezember bis Februar tummelt sich in Kapstadt auch die internationale Kite-Elite. Beim Kaffeetrinken oder am Kitestrand trifft man dann Leute wie Ruben Lenten, Gisela Pulido, Robby Naish oder Youri Zoon. Während die einen für die nächste Kitesaison trainieren, um bei der PKRA wieder auf dem Treppchen zu stehen, genießen andere einfach die Atmosphäre in Kapstadt. Roberto Ricci etwa, ein Pionier der Kiteszene, packt jeden Dezember seine Sachen und zieht mit seiner Familie vom beschaulichen Castiglione della Pescaia in Italien nach Kapstadt, um dem Winter zu entfliehen.
Der Höhepunkt der Kitesaison in Kapstadt ist jedes Jahr der sogenannte King of the Air-Contest – eines der spektakulärsten Kite-Events weltweit. Die etwa 10.000 Zuschauer am Strand sehen dann Sprünge von über 20 Metern Höhe – 2014 wurde der neue Höhenrekord von Tom Hebert sogar auf 25 Meter hochgeschraubt.
Wer bei diesem Event dabei sein will, muss sich mindestens zwei Wochen Zeit nehmen. Um Sprünge von solcher Höhe zu erreichen, sind die richtigen Windbedingungen entscheidend – deshalb wird für das Event ein zeitlicher Rahmen von etwa zwei Wochen festgesetzt, wann es tatsächlich stattfindet, entscheidet die Windvorhersage.

Die besten Kitespots in Kapstadt

Sunset beach

Parkplatz: Sunset Beach liegt im etwas nobleren Vorort Milnerton und damit sehr nah am Zentrum von Kapstadt. Mehrere Parkplätze stehen an verschiedenen Abzweigungen von der Hauptstrasse zur Verfügung.
Tipp: Je weiter in Lee, desto weniger Windsurfer.

Einstieg: Viel Platz, man startet nicht auf Steinen, sondern auf Sand.

Wind: Ist am Sunset Beach immer am stärksten. Erster Spot, der bei einsetzendem Southeaster funktioniert.

Gefahren: Einerseits viele Windsurfer, zudem auch sehr druckvolle Wellen. Der Wind ist teilweise Side-off!

Infrastruktur: keine Duschen, dafür Surfshops in unmittelbarer Naehe (Beispielsweise watersports warehouse; Zwei Monate Boardmiete kosten hier ab 2000 Rand (etwa 140 Euro) das kann unter Umständen sogar günstiger kommen als Sportgepaeck ab Deutschland

Sonstiges: Sunset Beach ist der Anfangspunkt für den klassischen 17-Kilometer Downwinder von Sunset nach Hakgaat. Wer einen Downwinder plant, stellt im Idealfall ein zweites Auto in Hakgaat bereit.

Kite beach

Parkplatz: Hausstrand des bei Kitern recht beliebten Vorortes Blouberg. Es gibt hier viele Parkplätze sowie ein geräumiges Platzangebot zum Aufbauen.

Einstieg: geräumig, über Sand

Wind: Der Kite beach ist der zweite Spot, der vom einsetzenden Southeaster bedient wird. Der Wind kommt hier in der Regel Sideshore.

Gefahren: Wer einen Downwinder unternimmt, sollte hier eine kurze Pause einlegen und prüfen, ob weiter unten in Lee – in Big Bay – bereits Kites zu sehen sind, denn der Kite beach ist die letzte Ausstiegsmöglichkeit bei einem Downwinder in Richtung Big Bay. Sollte der Wind zu schwach sein, droht sonst der Ausstieg über schroffe Felsen weiter in Lee.

Infrastruktur: Bis auf Duschen ist am Kite beach alles vorhanden: Bars, Restaurants, eine Tankstelle sowie zahlreiche Kiteshops. Sehr guten Kaffee gibt´s bei Carlucci’s! Auch der Strawberry Cheescake ist hier sehr zu empfehlen. Carlucci’s ist auch der Frühstückstreffpunkt der ganzen Profi-Kitesurfer. Robby Naish beispielsweise wohnt, wenn er in Kaptstadt ist, im Appartmentkomplex direkt gegenüber. So erzählt man sich jedenfalls.

Sonstiges: Am Kite beach sind – wie der Name schon verrät – in der Regel keine Windsurfer.

kevin langaree beim king of the air
Kevin Langeree beim King of the Air am Big Bay in Kapstadt. Fotocredit: Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

 

Big bay

Parkplatz: sehr gute Parkmöglichkeit und der Parkplatz ist bewacht: Für diesen Service zahlt man sieben bis 10 Rand (etwa 50 bis 70 Cent) “freiwillige” Parkgebühr bei den netten Herren in gelber Leuchtweste. Am Wochenende ist dieser Spot meist recht voll, daher sollte man frühzeitig kommen.

Einstieg: geräumig und über Sand. Bei High-tide extrem wenig Platz zum Aufbauen. Teilweise ist der Strand sogar komplett überflutet. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, Pumpe, Bag usw. auf die Grasfläche nebenan zu legen.

Wind: deutlich schwächer als an südlicheren Spots, dafür perfekte Side-Shore-Bedingungen.

Gefahren: Auf die zwei Felsen in Lee achten. Am Big Bay tummeln sich zudem viele Surfer und es gibt viele Surfschulen! Man begegnet auch dem ein oder anderen Delfine. Achtung: Delfine haben immer Vorfahrt! :)

Infrastruktur: Alles vorhanden: Duschen, Bars, Supermärkte, Surfshops. Die Boardmiete  kostet hier etwa 130 Rand (etwa neun Euro) pro Stunde oder knapp 11 Euro (150 Rand) pro Tag). Big Bay ist ein sehr schöner Spot, um sich nach der Kiteaction ein Sundowner-Bier zu genehmigen.

Sonstiges: Austragungsort des legendären Red Bull King of the Air. Wunderbarer Spot zum Surfen. Wellen kommen durch die Felsen in Luv schoen geordnet rein. Außerdem gibt es Wildlife zu bestaunen, unter anderem Delfine, Robben und Pinguine.

king of the air ydwer van der heide
King of the Air Event am Big Bay in Kapstadt Fotocredit: Ydwer van der Heide / Red Bull Content Pool

Hakgaat

Parkplatz: vor Melkbos. Der Parkplatz ist gut ausgeschildert, die Parkmöglichkeiten sind allerdings begrenzt. Weitere Parkplätze findet man entlang der Hauptstrasse.

Einstieg: über Sand, aber sehr eng

Wind: deutlich schwächer als an allen anderen Spots. Mann sollte mit viel Schwung zum Strand kiten, da man sonst in der inside baden geht.

Gefahren: Hakgaat ist DER Big Wave Spot im Norden von Kapstadt. Bei gutem Wind sind hier extreme viele Windsurfer. Es gibt ein Felsriff in Luv. Das bedeutet: Wer auf der Welle zu tief sitzt und gewaschen wird, sollte die große Tube Wundsalbe im Urlaubsgepäck haben.

Infrastruktur: Fehlanzeige!

Sonstiges: Bei Downwinder Möglichkeit von hier nach Blouberg oder Milnerton zurück zu trampen (Der Windsurfer ist in diesem Fall dein Freund! ;). Für Fotosessions eignet sich der Parkplatz “Derdersteen” kurz vor Hakgaat, von Blouberg kommend. Dort gibt es eine gute Welle und eine etwas erhöhte Holzplattform garantiert schöne Kamerawinkel und sandfreies Equipment.

 

Whitsands

Parkplatz: vorhanden

Einstieg: im Gegensatz zu Scarborough und Misty Cliffs, wo in derselben Bucht viele Felsen nur absoluten Pro’s den Einstieg erlauben, gibt es hier einen breiteren Sandstrand.

Wind: oft besser als an nördlicheren Spots.

Gefahren: DER Big Wave Spot südlich von Kapstadt. Bei Wellen von fünf Metern und höher ist dieser Spotnur Könnern vorbehalten. Auch Strapless-Rider tun hier gut daran, bei richtig großer Dünung mal die Strap-Option ihres Bretts zu testen, um irgendwie über die massiven Wasserberge zu kommen. Für Strapless-Addicts gilt hier absolute Leashpflicht mit Prallschutzweste und Helm.

Infrastruktur: Beste Fotomöglichkeiten direkt oben an der Klippe des Chapman’s Peak Drives. Die Tagesmiete eines Profi-Fotografen gibt´s ab etwa 100 Euro. Sparfüchse teilen sich die am besten mit möglichst vielen anderen Kitern.

Sonstiges: Auf dem Rückweg sollte man sich unbedingt ein Sundowner-Bier in Camps Bay gönnen

Was ist sonst noch in Kapstadt los?

Nightlife/Essen:
Doodle’s: Bestes Steak. Super Spare Ribs. Klasse Preis-Leistungs-Verhältnis

Pakalolo: Sundowner zu Reggae. Eigenes, hausgebrautes Bier

Primi Piatti: italienische Restaurantkette. Gute Pizza undPasta. Direkt am Hauptkreisel in Blouberg.

Kiteshops:
Best/North/Liquid Force direkt in Blouberg am Hauptkreisel. Billiger als in Deutschland (Insbesondere, wenn man die Möglichkeit der Steuerrückerstattung (Tax back) am Flughafen in Anspruch nimmt).

Übernachtung:
The Surfshack direkt in Blouberg, große, helle Zimmer ab 40 Euro.

Zur Person
Alle Insider-Tipps in diesem Artikel kommen von dem Surfer und Kitesurfer Peter Michl, der im Jahr 2014 im Rahmen seiner einjährigen Weltreise zwei Monate in Kapstadt verbracht hat.

peter michl in kapstadt
Peter Michl war zwei Monate in Kapstadt. Fotocredit: Linda Hennig

zum Video: Milking the Lion – A Kite Surfari in South Africa

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