Kitesurfen auf Sardinien

Kitesurfen auf Sardinien

Better a bad day in the water than a good day in the office

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Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer und blickt auf eine lange und spannende Geschichte zurück. Allein um die Flagge mit den vier Mohren ranken sich viele Geheimnisse. Die Insel ist jedoch nicht nur etwas für Geschichtsfans, sondern auch bekannt für ihre guten Wellen und starken Wind. Lest hier über die besten Kitespots Sardiniens.

Alghero

Alghero, im Nordwesten von Sardinien gelegen, hat uns von Anfang an als Kitespot begeistert. Bei unserer Unterkunft Residenza Bouganvillea angekommen, mussten wir nur einmal die Straße überqueren und waren direkt am Kitespot. Ein Appartement für 5 Personen kostet hier pro Person 9 Euro/Nacht. Erwischt man ein Zimmer mit Balkon zur Straßenseite hin, kann man diesen genialen Ausblick auf das Meer genießen:
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Der Kitestrand ist sehr breit, genug Platz also zum Aufbauen des Kites – oder zum Sonnenbaden. Das Wasser ist kabbelig, doch durch die Wellenbrecher haben die Wellen kaum Kraft und behindern die Fahrt kaum. Die Wellenbrecher stellen allerdings für weniger geübte Fahrer einen Hindernissparcour auf dem Weg hinaus ins offene Meer dar. Bei Südwind sind die Bedingungen sehr gut, der Wind kommt dann Side-On und ist sehr konstant. Alghero ist kein Stehrevier, nur die ersten Meter sind stehtief. Das eigentliche Kiterevier beginnt direkt beim Strandabschnitt vor der Residenza Bourganvillea. Im März und April ist dieser Spot absolut zu empfehlen, es ist sehr wenig los und aufgrund der niedrigen Wasser- und Lufttemperaturen sind auch keine Badegäste im Wasser. Für absolute Anfänger ist dieser Spot allerdings nicht optimal, denn das kabbelige Wasser, der fehlende Stehbereich und die Wellenbrecher machen Alghero zu einem schwierigeren Revier. Auch bei Westwind sollte der Spot gut zu nutzen sein.

Habt ihr Familie oder Freunde dabei, die mit Wassersport nicht allzu viel anfangen können, könnt ihr ihnen einen Ausflug in die Stadt Alghero empfehlen. Dafür braucht man nicht einmal einen Reiseführer oder einen Plan: Wer einfach an der Küstenstraße entlang läuft, sieht die schönsten Orte der Stadt.

Nicht nur architektonisch, sondern auch geschichtlich ist Alghero sehr interessant. Überall spürbar ist der Einfluss der Katalanen. In der Stadt wird teilweise noch katalanisch gesprochen, auch die Straßenschilder sind zweisprachig.

Mugoni

Mugoni ist im Kite and Windsurfing Guide Europe als Flachwasser-Bucht ausgewiesen. Tatsächlich fanden wir jedoch sehr kabbeliges bis welliges Wasser vor. Es war sehr wenig los, nur vereinzelte Windsurfer waren im Wasser. Parken kann man bequem direkt am Spot, oberhalb des Strandes gibt es zwei Bars und dort auch Parkmöglichkeiten. Leider wurden wir enttäsucht, denn im März und April waren beide geschlossen. Das Bild des menschenleeren Strandes ändert sich jedoch an Feiertagen, am Ostermontag waren die Parkplätze beispielsweise komplett belegt und der Strand voller Menschen, sodass Kiten unmöglich war. Je wärmer es wird, desto mehr Menschen sind am Srand. Bei Südwind kommt der Wind hier direkt onshore, man kann weit hinaus bis zu den Felsen und parallel zum Strand fahren.  Egal wo: Mugoni ist kein Stehrevier.

Wenn man tatsächlich Flachwasser sucht, gibt es zwischen Mugoni und Alghero noch einen weiteren Kitespot in der Bucht, bei dem die Wellen durch die vorgelagerte Landzunge nicht durchkommen, alle Wellen dort sind reiner Windswell. Allerdings gibt es diese Möglichkeit nur, wenn der Wind stark genug ist.

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In der Nebensaison ist der Kitespot in Mugoni menschenleer

Porto Pollo

Mit dem Auto Richtung isola dei gabbiani gelangt man direkt nach Porto Pollo, teilweise auch Porto Puddo genannt. Als Unterkunft sehr zu empfehlen ist das Windsurfing Village.

Der Kitesurfing Spot ist vom Windsurfing Village zu Fuss innerhalb von etwa 15 Minuten zu erreichen. Möglich ist auch, den Kitespot mit dem Auto anzufahren. Richtung isola dei gabbiani geht´s bei der letzten Kreuzung vor der Insel links. Vom Parkplatz bis zum Meer sind es dann nur noch etwa 200 Meter.

Bei Ostwind herrschen perfekte Kitebedingungen, denn dann ist die Windsurf-Bucht kabbelig, das Wasser in der Kitebucht jedoch flach. Bei Westwind ist es genau andersherum. Ein Glücksspiel.

Allerdings ist die isola dei gabbiani bei Ostwind selbst eine Windabdeckung, sobald man hinter der Insel ist wird der Wind deutlich schwächer. An Leichtwindtagen kann das zum Problem werden, wenn der Schirm dann ins Wasser fällt. Für diese Fälle gibt es aber auch eine Lösung: Die Kiteschule Kite City schult in dieser Kitebucht und ist daher an Schulungstagen mit einem Motorboot unterwegs. Für Rescue-Service ist dann also gesorgt. In Porto Pollo ist von Flaute bis Sturmstärke alles drin.

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Porto Pollo von oben: Die rechte Lagune ist für Windsurfer vorgesehen, die linke – hier zwischen den Bergen am Horizont – für Kitesurfer.

 

Auch in der Umgebung von Porto Pollo gibt es viel zu sehen. Porto Cervo beispielsweise ist in jedem Fall eine Reise werd. Das kleine Örtchen liegt an der Costa Smeralda im Nordosten Sardiniens und wurde in den 60-er Jahren von Karim Aga Kahn IV., dem Oberhaupt der Ismaeliten quasi am Reisbrett entworfen. Porto Cervo gilt als positives Beispiel, wie Architektur im Einklang mit der Natur geplant werden kann. Der Reiseführer weißt darauf hin, dass man sich hier nie sicher sein kann, ob der Putz an den Häusern wirklich abgeblättert ist oder dies absichtlich so gestaltet wurde, denn Aga Kahn legte großen Wert auf Authentizität. Eigentlich ironisch. Die Costa Smeralda war vor allem in den 60-er Jahren beim Jet-Set sehr beliebt. Die Sarden jedoch sahen die Bebauung der Costa Smeralda damals kritisch, da von den Millioneninvestitionen in den Küstenabschnitt nichts bei der Bevölkerung ankam.

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