Fuerteventura ist ein Traum, egal ob zum Kitesurfen, Wellenreiten oder einfach, um am Strand zu liegen. Die Insel liegt etwa 120 Kilometer westlich von Marokkos Küste, entsprechend warm ist das Wetter. Insgesamt leben etwa 110.000 Menschen auf Fuerteventura. Ankommen werdet ihr per Flugzeug in der Haupstadt Puerto del Rosario. Wie der Name schon sagt, ist Fuerteventura die Insel der Winde – für Kitesurfer also perfekt.

Los Lagos

An der Nordküste von Fuerteventura verläuft eine „Dirtroad“, über die man am besten mit einem Jeep oder einem uralten Auto heizt, bei dem der ein oder andere Steinschlag egal ist. Die Pisten sind übersäht mit Steinen, deshalb kann es auch sein, dass man mal aufsetzt. Fährt man in Richtung Majanicho, gelangt man zu den so genannten Lagos. Lagos heißt auf spanisch „Seen“ und tatsächlich sind es kleine Buchten, die vom offenen Meer teilweise abgetrennt sind.
Das Positive zuerst: Innerhalb einer Bucht ist die Wasseroberfläche glatt, Wellen haben keine Chance so weit vorzudringen. Die Lagos werden kaum von Kitesurfern genutzt, es ist also wenig los. Manchmal sind Windsurfschulen mit den Schülern auf den lagos unterwegs. Als wir dort waren, waren die Horden and Windsurfschülern in der Regel zwischen 10 Uhr und 14 Uhr auf dem Wasser. Da die Lagos jedoch sehr nah beieinander liegen, kann man einfach auf einen anderen in der Nähe ausweichen.
Der Nachteil: In den meisten der Lagos ist der Platz begrenzt, sie sind sehr eng und am Ufer von Lavagestein umgeben. Außerdem ist auch der Untergrund oft von Lavasteinen übersäht, was das Kiten hier gefährlich macht. Wer auf Nummer sicher gehen will, inspiziert die Bucht am besten bei Ebbe, um den Untergrund besser einschätzen zu können und Gefahren auszuschließen. Generell sollte man nur bei high tide – also Flut – kitesurfen zu gehen. Für Anfänger sind die lagos trotz Flachwasser und Stehtiefe nur bedingt geeignet. Wer zum Beispiel Draggen übt, kann schon mal über den ein oder anderen Stein gezogen werden. Sicheres Fahren ist eigentlich erforderlich – außer ihr seid besonders risikoaffin. Ohne Auto sind die Lagos übrigens nicht zu erreichen.

Sotavento

Das offene Meer
Der Strand in Sotavento ist in einen Windsurf- und einen Kitesurfbereich geteilt, die beide enorm viel Platz bieten. Der Kitesurf befindet sich rechter Hand, wenn man auf das Meer blickt. Als wir da waren – Januar 2012 – war extrem wenig los. Während der Sommermonate wird der Strand mit Sicherheit sehr viel voller sein, allerdings bietet die Location eigentlich genug Platz für alle. Der Untergrund im Meer bei Sotavento ist völlig steinfrei. Im Gegensatz zum Kitesurfspot Flagbeach ist dies ein großer Vorteil. Da das offene Meer aufgrund der Wellen ohnehin nur für Könner oder Aufsteiger geeignet ist, sollten Anfänger eher auf die Lagune ausweichen. Dort stellen sich aufgrund des Flachwassers auch eher Erfolge ein.

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Das offene Meer bei Sotavento – nichts für Anfänger

Die Lagune
Die Lagune läuft etwa alle fünf Tage voll und ist nach einigen Tagen wieder leer. Einen guten Überblick über die Tidenstände liefert die Tidentabelle von Rene Egli, der sein berühmtes Center direkt vor Ort hat. Wenn die Lagune voll ist, bietet sie die perfekten Kitebedingungen: flaches Wasser, sandiger Untergrund ohne jeden Stein und viel Fläche.

Auch wenn die Lagune laut Tidentabelle gerade leer sein sollte, hat man bei Flut manchmal das Glück, dass ein kleiner Teil der Lagune dennoch voll läuft und genug Fläche zum Kitesurfen bietet. Ein kleiner Teil der Lagune ist dann in der Nähe des René Egli Kitesurfcenters II bis zu einer Höhe von maximal 50 cm voll. Dies reicht, zum Beispiel für Anfänger, um die ersten Schritte im Kitesurfen bei perfekten Bedingungen zu machen: flaches Wasser, sandiger Untergrund, stehtief. Einzig die Größe der Wasserfläche schränkt die Kitesurfer ein, wenn die Lagune nicht vollständig vollgelaufen ist. Wenn man nicht das Glück hat, die volle Lagune zu erwischen, sollte man idealerweise zwei Stunden vor high tide beim René Egli Kitesurfcenter II ankommen (hier kann man auch parken), um den Teil der Lagune, der trotzdem vollläuft, perfekt nutzen zu können. Kommt man zu spät, so ist die Wasserfläche schon von Sandbänken durchsetzt und kaum noch befahrbar.

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Die Lagune in Sotavento – außerhalb der Saison ist es hier fast menschenleer

Über die Livecam vor Ort kann man sich schon von zuhause aus einen Überblick verschaffen. Außerdem ist auch die Tidentabelle hilfreich, wenn man den Urlaub optimal planen möchte.

Flagbeach

Im Norden Fuerteventuras gelegen ist der Flagbeach bei Corralejo einer der bekanntesten Kitesurfspots Fuerteventuras. Dementsprechend voll ist es hier auch, selbst im Januar (siehe unten). Da das Areal sehr weitläufig ist und im Januar kaum Badegäste im Wasser waren, verteilten sich die vielen Kiter gut. Im Sommer sind vermutlich sowohl Badegäste als auch Kitesurfer noch stärker vertreten. Daher ist flagbeach nur für Könner empfehlenswert. Achten sollte man auch auf die Lavasteine, die sich teilweise über, teilweise unter der Wasseroberfläche befinden. Fällt man an einer ungünstigen Stelle ins Wasser, kann es sein, dass das Board oder man selbst Schaden trägt. Beim Höhelaufen erschweren nicht nur die Wellen die Bedingungen, sondern auch die Lavasteine, die sich in Ufernähe befinden. Aus diesem Grund sieht man einige Kitesurfer nur in eine Richtung kiten. Sie laufen dann tatsächlich Höhe am Strand und tragen ihren Kite wieder in die andere Richtung zurück.

flagbeach auf Fuerteventura
Der Flagbeach liegt im Norden der Insel

 

Surfen auf Fuerteventura

Entlang der „Dirtroad“ im Norden der Insel findet man verschiedene Surfspots wie etwa El Cotillo, La Generosa, Punta Blanca, German Right und Boneyards. Alle können sowohl von Anfängern im Weißwasserbereich, als auch von geübten Surfern im grünen Bereich der Welle genutzt werden. Nur Generosa ist etwas für ortskundige und routinierte Surfer, die das Gebiet und seine Besonderheiten gut kennen, ansonsten kann es dort schnell gefährlich werden. Punta Blanca und Boneyards zeichnen sich durch einen so genannten Channel aus, der einiges an Kraft spart. Wenn ihr euch nicht sicher seid, wo es lang geht: Die Surfers Map Fuerteventura zeigt euch genau, wo die Spots genau liegen.

Unterkunft auf Fuerteventura

Auf Fuerteventura gibt es natürlich zahlreiche Unterkünfte, die auch gut für Surfer oder Kitesurfer geeignet sind. Wir haben uns für das Surfcamp Ineika in Corallejo im Norden der Insel entschieden. Dort gibt es Apparments in verschiedenen Größen – von Single-Appartmens bis zu Wohnungen für vier Personen ist alles dabei. Außerdem verfügt das Surfcamp über gratis W-Lan, einen Computer im Gemeinschaftsraum, falls ihr euren Laptop zuhause gelassen habt und einen Swimming Pool.

Die Stimmung im Surfcamp ist wirklich super, deshalb empfehle ich es an dieser Stelle weiter. Wer möchte kann sich auch schon von Deutschland aus ein Mietauto, Surfbretter und Neos dazubuchen. Die Fahrt in den Süden nach Sotavento dauert von hier aus 1,5 Stunden.

swimming pool
Der Swinming Pool im Surfcamp Ineika
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Unser Mietwagen auf Fuerteventura. Wir haben einen der wenigen Autoverleiher erwischt, die das Befahren der Dirtroad offiziell erlauben.

 

 

 

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