Kitesurfen in Galicien mit Abel Lago

Kitesurfen in Galicien mit Abel Lago

2
Blick über den Kitebeach

Rund 2.000 Kilometer liegen bereits hinter uns – von München über Brüssel, Biarritz, San Sebastián, Bilbao, Santander bis nach San Vicente de la Barquera.

Abstecher nach Tapia de Casariego

Tapia de Casariego
Der Weg zum Strand in Tapia de Casariego

Von San Vicente de la Barquera ging es weiter entlang der Küste bis nach Tapia de Casariego, ein kleines Örtchen am Meer, das vor allem bei Spaniern als Urlaubsort beliebt ist. Die Bucht in Tapia de Casariego ist klein und idyllisch. Während mittags ein großer Sandstrand wartet, läuft die Bucht bei Flut im Laufe des Nachmittags immer mehr mit Wasser voll, abends ist der größte Teil des Strandes verschwunden. Jede Welle ist in Tapia de Casariego hart umkämpft, viele Surfer, Surfschüler – und -lehrer tummeln sich im Wasser. Bei Ebbe laufen die kleinen Wellen geordnet an den Strand, sobald das Wasser in der Bucht höher steigt, ist das Meer flach wie ein Spiegel, das Surfboard kann man dann einpacken.

Hohe Berge und tiefe Täler – Abenteuerreise nach Galicien

Nach einer Nacht in Tapia ging unsere Reise deshalb gleich am nächsten Morgen weiter nach Galicien. Die Fahrt selbst war ein Abenteuer. Nicht nur wegen der tollen Ausblicke und Landschaften, die hinter jeder Kurve warteten – Ooooooooh, schau! Wie schööööön! Nein! Doch! Oooooh! – sondern vor allem wegen der tausend Berge und Serpentinen, die unser Bus James erklimmen musste. Teilweise zuckelten wir mit 40 Stundenkilometern die Hänge hoch, legten einen Zwischenstop in A Coruña ein und schafften es irgendwie bis nach Muros. Ingesamt lagen seit Beginn unserer Reise dann fast 3.000 Kilometer hinter uns.

Blick auf den Strand
Blick auf den Strand

Wir kamen abends bei Traumwetter und gutem Wind am Campingplatz Ancoradoiro an und uns bot sich ein atemberaubenden Blick übers Meer. Empfangen wurden wir von dem Besitzer selbst, ein freundlicher älterer Herr mit einem beeindruckenden Schnauzbart der Marke Magnum. Zunächst palaverten wir auf spanisch, als er dann jedoch unser Batmobil entdeckte begann er in fließendem Deutsch zu sprechen. „Ich bin Wolle und komme aus West-Berlin! West-Berlin sage ich, weil Deutschland noch geteilt war, als ich mich hier in Galicien niederließ.“ 1985 muss das gewesen sein, als er die Anlage aus dem Nichts aufbaute. Irgendwie hat er alles richtig gemacht, sich an diesem schönen Fleckchen Erde anzusiedeln, schießt es uns in den Kopf. Das Meer ist türkis, der Strand weiß und die Natur atemberaubend. Während andere auf dem nahegelegenen Jakobsweg gen Santiago de Compostela oder zum Leuchtturm Faro de Finisterre – ans Ende der Welt – pilgern, pilgern Wellenreiter nach Galicien. Wolle weiß die Wellen zu schätzen und ist jederzeit bestens über Wind, Wetter und Swell informiert – sein Sohn Marcos ist Surf-Profi. Der Camingplatz liegt übrigens direkt neben dem Kitebeach.

Galicien mit Abel Lago

Abel Lago Waveboard TrickAm nächsten Tag waren wir mit dem Profi-Kitesurfer und ehemaligen Weltmeister Abel Lago verabredet, der hier gleich um die Ecke in Carnota geboren und aufgewachsen ist und hier noch immer lebt. Im Juli und August betreibt er am Playa de Area Maior in Muros seine Surf- SUP- und Kiteschule „Abel Lago Watersports“. Abel ist der wohl netteste Kiteprofi aller Zeiten und unterhält mit seiner Art den ganzen Strand. Sein wuscheliger Lockenkopf ist schon aus der Ferne zu orten und auf dem Wasser erkennt man ihn direkt an seinem besonderen Stil – natürlich ist er mit Abstand der beste Kitesurfer am Spot. Am liebsten hat er Wellen – je höher desto besser. Gibt es die nicht, haut er einen Freestyle-Trick nach dem anderen raus oder macht einfach jede Menge Quatsch und bespaßt die kleinen Jungs aus dem Nachbarörtchen Lariño, die ihm begeistert vom Strand aus zusehen.

Mittags trennen sich unsere Wege kurz, denn Abel geht heim zu Mama Mittagessen – ein netter Kerl, durch und durch. Übrigens: Abel verriet uns natürlich auch alles über die besten Kite-Spots in Galicien – unser Bericht darüber erscheint in der Ausgabe 6-15 des Kiteboarding Magazins.

Das Wetter zu Beginn unseres Aufenthalts in Galicien war brennend heiß, keine Wolke am Himmel und fantastischer Wind – wir fühlten uns wie im Paradies. So wie man nach einem lustigen Abend mit viel Alkohol am nächsten Morgen mit einem Kater aufwacht, so ging es uns an einem der folgenden Tage mit Galicien: Ein verhangener Himmel begrüßte uns, es regnete, war bitterkalt, der Wind war nur lasch und kam noch dazu aus der falschen Richtung. So ist Galicien: Ganz oder gar nicht. Die raue Natur Nordspaniens lässt dich entweder hoch fliegen oder fallen – nichts dazwischen. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist weiterhin schlecht, deshalb heißt es für uns bald:

Ab in den Süden, Richtung Portugal.

Infos über die besten Kitespots Galiciens:

  Ancoradoiro Traba Playa de Area Maior Rìa de
Abelleira
Rostro Carnota
Wasserbedingungen Wellen im Winter, Flach- bis Kabbelwasser im Sommer Immer Wellen Wellen Flachwasser Wellen Wellen
Strand Viel Platz, Sandstrand Viel Platz, Sandstrand ohne Steine Im Sommer kommen auch gerne Badegäste hierher, kiten dann am südlichen Teil des Strandes Besonders im Winter ein guter Spot. Viel Platz bei Ebbe (low tide) Viel Platz, Sandstrand ohne Steine Der größte Strand in Galicien: 8 km Sandstrand ohne Steine
Kiteschule vor Ort Abel Lago Watersports Abel Lago Watersports
Platz auf dem Wasser ++++ ++++ +++ (viel Platz am südlichen Ende des Strandes, sonst Badegäste) ++++ ++++ ++++
Unterkünfte am Spot Campingplatz Ancoradoiro direkt am Spot Campingplatz Ancoradoiro liegt um die Ecke, mit dem Auto 5 Minuten
Parkmöglichkeit Es gibt drei Parkplätze in der Nähe, der beste liegt in der Mitte des Strandes, in Lariño Der einzige, kleine Parkplatz liegt an der nördlichen Seite des Strandes, mit Duschen und Toiletten Parkplatz neben der Kiteschule „Abel Lago Watersports“

GPS:
Rua Xalfas, 18 15291, A Coruña, Spanien 42.757626, -9.102136

Kleiner Parkplatz von Muros kommend auf der rechten Seite, Duschen vorhanden. Es gibt zwei große Parkplätze, im Norden und Süden. Je nach Windrichtung wählt man den einen oder anderen. Kleine Parkplätze in der Nähe, der beste ist jener bei der Ausfahrt „Amorosa“ in der Nähe von Carnota.
Beste Windrichtung Nordwest, manchmal Südwest Nordost, besser mit einer Nord-Komponente Nordwest und – wenn die Wellen klein sind – auch Südwest Nur Süd oder Südost, wenn an allen anderen Spots die Wellen zu groß sind. Nord- oder südliche Windrichtungen Nord, Süd- oder Südwest
Besonderheiten Großer Shorebreak im Sommer Die größten Wellen der Gegend, am besten sind sie bei der Windrichtung Nordost Gute Wellen, Sideshore bei Nordwest, onshore bei Südwest.
Mit ein wenig Glück kitet man mit Delfinen.
Der Spot liegt im Ría und ist daher sehr sicher, auch bei den Windbedingungen im Winter. Weht der Wind onshore, entstehen an diesem Flachwasserspot kleine Wellen, die Spaß machen. Sehr viele Wellen, die im Normalfall sehr hoch werden, mit starken Strömungen. Gefährlicher Spot. Hier gibt es immer Wellen. Je nach Windrichtung und Swell fährt man entlang des Strandes, um den Strandabschnitt mit der besten Ausrichtung zu finden.
Monate mit meistem Wind von Mai bis August Das ganze Jahr Das ganze Jahr Im Winter bei Tiefdruckgebieten über Galicien Das ganze Jahr, aber besser im Sommer, da die Wellen dann kleiner sind. Das ganze Jahr
Thermische Unterstützung Ja Nein Thermische Unterstützung von Mai bis August, Wind aus Süd funktioniert das ganze Jahr über Nein Nein Ja

Aktuelle Fotos findet ihr übrigens immer auf unseren Instagram-Profilen. Bilder von der Reise, Städten, der Umgebung und vielem mehr findet ihr unter Beachtube auf Instagram.
Bilder vom Kitesurfen, Surfen und Stand Up Paddeln gibt´s bei unserem Instagram-Profil Kitemagazin.

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT